AfD-Mitgliedertreffen des Kreises Neuwied

AfD-Mitgliedertreffen des Kreises Neuwied

Referate des Abends:

• Deutsche Demokratiebewegungen von 1832 – 1989

• Bernd Kühlmann berichtete über seine Zeit in der DDR:
Er saß mit seiner Ehefrau in DDR-Stasi-Gefängnissen ein

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v.l.n.r.:  Gerhard Kulz, Dr. Jan Bollinger, Dr. h.c. Bernd Kühlmann
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Kreis Neuwied. Zu einem erneuten AfD-Stammtisch trafen sich AfD-Mitglieder und Freunde des Kreises Neuwied. Etwa 40 Mitglieder der Alternative für Deutschland waren der Einladung des AfD-Kreisvorsitzenden Dr. Jan Bollinger (MdL) gefolgt.

Bei den regelmäßigen Treffen werden verschiedene politische Themenfelder vorgetragen, und anschließend,  manchmal  auch kontrovers, diskutiert. „Wir sind und bleiben eben eine  Partei, die für eine Basisdemokratie für alle Bürger eintritt, wie es auch in unserem Parteiprogramm steht“, hob Jan Bollinger hervor.

Bei dem Novembertreffen stand das Thema: “Deutsche Demokratiebewegungen von 1832 bis zum 9. November 1989″ und deren Folgeerscheinungen  auf der Agenda. Darüber sprachen der Kreisvorsitzende Dr. Jan Bollinger zu der Bedeutung des Hambacher Festes von 1832 und das AfD-Vorstandsmitglied Dr. h.c. Bernd Kühlmann über seine Zeit in einem totalitären Regime der DDR mit  seinen persönlichen furchtbaren Erfahrungen im Stasi-Gefängnis. Die große Bedeutung des Hambacher Festes von 1832 unterstrich Jan Bollinger. Dabei steht die AfD auch als wahre Erbin des Hambacher Festes der deutschen Demokratiebewegung. Die dort geforderte Volkssouveränität, mit wahrer Demokratie und Meinungsfreiheit in einem starken und geeinten Deutschland in den Farben Schwarz-Rot-Gold, hat bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren, betonte Jan Bollinger.

Dazu zählt auch die friedliche Revolution in der DDR, die  durch den 9. November 1989  vor nunmehr 26 Jahren über weitere Hürden zur deutschen Wiedervereinigung führte. Über diese Zeit, insbesondere über sein Leben in der DDR, berichtete Bernd Kühlmann mit sehr bewegenden Worten. Er saß u. a. mit seiner Frau in getrennten Gefängnissen ein. Der Grund der Haftstrafe: Ein Ausreiseantrag in die Bundesrepublik Deutschland. Seine Gefängniszeit und die seiner Frau wurde erst durch einen “Freikauf” – im übertragenen Sinne  “Menschenhandel”  der BRD-Behörden beendet, wie Bernd Kühlmann sehr nachdenklich anmerkte. . Große Stille herrschte im Versammlungsraum, als er mit manchmal stockender Stimme über diese menschlich-erniedrigende Zeit mit vielen persönlichen Einzelerlebnissen berichtete. Die DDR war eine Diktatur, geschickt umgesetzt unter dem “Schleier einer Volksdemokratie“. Für Bernd Kühlmann ist dies bis heute mehr als Hohn. Der psychologische Terror, die totale Abgeschiedenheit von der Außenwelt, die Verhöre und die widerlichen technischen Methoden beschäftigen ihn bis heute. So  unglaublich es klingt, wurden etliche Inhaftierte auch mit radioaktivem Material kontaminiert, dies mit anhaltenden schweren gesundheitlichen Schäden. Seine Frau, die im Frauengefängnis Hoheneck einsaß, verstarb später an den Folgen dieser  Behandlungsmethoden. Bernd Kühlmann,  der im Hochsicherheitsgefängnis in Naumburg für 11 Monate einsaß,  erkrankte danach ebenfalls an Leukämie, als Folge der damals geheim gehaltenen radioaktiven Bestrahlung. Nach seiner Ausreise in den Westen lag er, aufgrund der perfiden Stasi-Methoden, über  ein Jahr im Krankenhaus. Die DDR war ein System der totalen Kontrolle, jeder, der sich nicht dieser Diktatur  unterwarf und nur anderer Meinung war, geriet in die Mühlen der Stasi. Hierzu gehörten immerhin etwa 200.000 Mitarbeiter der Stasi und die sogenannten “IMs” (informelle Stasi-Mitarbeiter/Spitzel), die das Volk voll “im Griff” hatten. Und nicht zu vergessen, neben den vielen Verstorbenen in Stasi-Gefängnissen kamen über 1300 Menschen hinzu, die an der innerdeutschen Grenze von der NVA (Nationale Volksarmee) getötet worden sind. Des Weiteren etwa 120 Personen, die an der Berliner Mauer den Tod fanden, dies nur, weil sie in die Freiheit wollten. Eine Meinungsdiktatur ist neben totaler Einschüchterung seiner Bürger   ein Untergraben jeglicher menschlicher Würde. So fragt sich Bernd Kühlmann bis heute, wo sind all die Stasi-Mitarbeiter und die „IMs” geblieben, und welche Funktionen haben Sie wohl erneut im vereinten Deutschland erreicht? Die Namen vieler „IMs“ sind teils bekannt, nur man verschweigt es, und es wird bewusst auch aus politischer Rücksichtsnahme  verdrängt. Nie mehr will Bernd Kühlmann, dass es wieder zu solchen Verhältnissen wie in der damaligen DDR kommt. Nur, wo stehen wir heute in Deutschland, hinterfragte der Referent selbstkritisch seine  Erlebnisse und deren Folgen daraus. Die Zuhörer zeigten sich von seinen Ausführungen sehr betroffen und der große Beifall für das AfD-Vorstandsmitglied Bernd Kühlmann zeugte davon, dass der 9. November 1989 mehr als ein großes Freiheitssignal war. Daran sollten wir uns auch in Zukunft erinnern und das gilt für alle Staaten auf der Welt, die unter einer Diktatur leiden. Als Anerkennung für die Ausführungen der beiden Referenten überreichte der Künstler Gerhard Kulz aus Weisel (Loreley)  eine von ihm gestaltete Tafel mit Original-Reststeinen der Berliner Mauer an der Bernauer Straße, eingerahmt mit Stacheldraht, die das Brandenburger Tor zeigt, das Symbol deutscher Einheit und Freiheit, das für das Jahr 1832 bis heute gilt. Dafür sollten wir uns auch weiterhin verstärkt einsetzen, nie mehr eine Diktatur, in der die politische Meinungsfreiheit offen oder versteckt, eingeschränkt wird.

Pressemitteilung des AfD-Kreisverbandes Neuwied

AfD-Kreisvorstandsmitglied Hans-Joachim Röder